Warum ich mittlerweile auch kleine Hunde liebe

Dogo Argentino Danny, Chihuahua Funny, Havaneser Lucy

Gehsteigputzer, Staubwedel und Wadlbeisser! Früher dachte ich, ein Hund müsse mindestens Kniehöhe und über 15kg haben. Kleine Hunde waren eben keine richtigen Hunde. Der Mischling aus Collie und Schäferhund mit dem ich aufwachsen durfte war von Größe und Gewicht mein Maßstab. Stämmige 35kg und eine Schulterhöhe von gut 55cm – das war für mich der Inbegriff eines Hundes.
Alles darunter war nett, war es kleiner als eine große Katze wurde es belächelt. Warum hält man sich einen 2kg Hund wo doch die Katze schon 6kg auf die Waage bringt? Ich hatte dafür kein Verständnis und nicht einmal eine Idee was an kleinen Hunden großartig sein könnte.

Und dann kam Funny

ihres Zeichens eine cremefarbene Langhaar-Chihuahua Dame.

Funny kam damals für ca. 2 Monate als Gasthund in unsere Familie, da sie ihr Zuhause verloren hatte. Der Besitzer war erkrankt und konnte sich nicht mehr um sie kümmern und wir hatten gerade „nur“ Danny unseren Dogo Argentino und somit Platz für einen Pflegehund auf Zeit.

Sie war der erste kleine Hund, der für mich mehr war, als ein Wischmopp und ein Anhängsel. Funny machte alles mit, was Danny und ich auch machten. Egal ob es lange Spaziergänge waren, Toben am Fluss oder zuverlässiger Ballapport. Auch der Rückruf im Freilauf und das gemeinsame Ruhen zuhause – nichts war mit Funny ein Problem und es fühlte sich eigentlich so an, als wäre sie schon immer bei uns gewesen – eine stets angenehme Begleiterin.
Immer gut gelaunt und bis auf die geringere Körpergröße gleich motiviert wie mein Danny – ein ganzer Hund also.

Durch Funny war das Eis gebrochen und ich sah kleine Hunde mit etwas anderen Augen.
Rückblickend habe ich schon oft bereut, Funny nicht behalten zu haben. Leider war ich damals noch weit davon entfernt mir dauerhaft ein Leben mit einem kleinen Hund vorstellen zu können. Durch Funny gab es aber zumindest einige kleine Hunde, die ich ganz nett fand.
Veränderungen beginnen ja angeblich mit kleinen Schritten – also habt noch ein wenig Geduld mit mir!

Wie das Leben so spielt

Leider dürfen unsere Hunde nur eine begrenzte Zeit an unserer Seite verweilen. So musste ich Danny 2008 leider auf seiner letzten Reise begleiten. Ich war unendlich traurig, diesen tollen Freund auf 4 Pfoten zu verlieren.

Die Jahre zogen ins Land und mit ihnen tolle Hunde, die an meiner Seite waren und von denen ich euch vielleicht ein anderes Mal erzählen werde.
Aufgrund eines Unfalls den ich in meiner Jugend hatte, begann ich leider etwas schlechter zu Fuß zu sein und machte krankheitsbedingt eine 1,5 jährige Hundepause. Ich dachte es wäre der Zeitpunkt, an dem ich einem Hund nicht mehr die Auslastung und Bewegung bieten könnte, die er braucht. Eine traurige Erkenntnis und mir fehlte es sehr, eine feuchte Nase an meiner Seite zu haben.

Der Zufall wollte es, dass eine Bekannte meinen Weg kreuzte die begeistert von Ihrem Havaneser Bub erzählte – ein kleiner, 8kg leichter Hund der sie sogar auf den Berg und in den Stall zu ihrem Pferd begleiten würde. Pflegeleicht, anhänglich und absolut unproblematisch beschrieb sie mir die Rasse.
Als ich recherchierte fand ich heraus, dass der Havaneser tatsächlich nur als Gesellschaftshund für vornehme Damen gezüchtet worden war. Seine Hauptaufgabe bestand in der puren Anwesenheit ohne große Forderungen an Auslastung und Bewegung zu stellen – Hauptsache er war eines – nämlich dabei!

Klang nach einem tollen Kompromiss für mich aber es war eben doch ein kleiner Hund. Ob das wirklich das Richtige war?

Dann lernte ich ihn kennen – diesen tollen Havaneser Buben der sich mit seinen Knopfaugen, dem leicht gelockten kurzen Fell und dem ausdrucksstarken Gesicht rasch in mein Herz schlicht. Zumal er aus dem Stand auf Kommando auf den Schoß sprang um sich ausgiebig kraulen zu lassen und man ihm dabei ansah, wie sehr er es genoss. Sein Frauchen war der Mittelpunkt seines kleinen Universums und spätestens als er auf einer Spazierrunde brav an der Leine lief, im Freilauf ausgelassen herumtobte und leicht zu führen war wusste ich – so soll mein nächster Hund sein. Ein Herz auf 4 Pfoten.

Wenn das Schicksal zuschlägt

Kurz nachdem ich mich in die Rasse Havaneser verliebt hatte, ergab es sich, dass eine Züchterin in unserer Nähe einen Wurf hatte und als wir Sie und ihr Rudel kennenlernen durften waren wir sicher – genau so einer soll künftig an unserer Seite sein. Alle Havaneser die wir kennengelernt hatten waren überschwänglich freundlich – kleine Sonnenkinder und jeder für sich zauberte uns ein Lächeln ins Gesicht.

Einige Wochen später durften wir aus 5 Welpen unser zukünftiges Sonnenkind aussuchen. Wobei – eigentlich hat sie uns ausgesucht und uns von Beginn an verzaubert.
Die Kleine, gerade mal handgroße Hündin tapste wackelig auf die Hand zu, die wir in den Auslauf hielten – das kleine Schwänzen rotierte wie ein Propeller und als sie ihr Pfötchen auf die Hand legte war es um uns geschehen. Das erste Mal dieses kleine Wesen auf dem Arm zu halten das einen mit großen Augen anblickt, dieses Vertrauen, dass einem geschenkt wird – dieses große Glück das man empfindet.

Und dabei war das erst der Anfang unserer Geschichte die so richtig losging, als wir unser Mädchen im Alter von 10 Wochen abholen durften.

Klein aber Oho

Lucy, so sollte sie heißen zeigte uns recht rasch – zugegebenermaßen sogar noch am Tag ihres Einzugs, dass sie ein ganzer Hund war.
Als wir uns nämlich am späten Nachmittag endlich hinsetzten um kurz eine Fertigpizza zu essen und uns geschlagene 5 Minuten nicht um unser Hundekind kümmerten, erhob sie ihr Stimmchen und klagte uns ihr Leid in solch einer orkanartigen Lautstärke, dass spätestens jetzt jeder im Haus wusste – ein neuer Scheriff ist eingezogen.
Mit viel Ruhe und Geduld sowie liebevoller Konsequenz lernte Lucy und auch wir mit diesem extremen Nähe Bedürfnis umzugehen das diese Rasse so mit sich bringt und das gleichzeitig Havaneser zu etwas ganz Besonderem macht.

Lucy war vom ersten Tag an ein kleiner Sonnenschein den man nicht unterschätzen durfte. Durch sie lernte ich neuen Dingen mit Ruhe zu begegnen, allem gegenüber offen zu sein und die kleinen Dinge des Lebens viel mehr zu genießen. Anfangs war es eigenartig, wenn die Runde ums Haus plötzlich eine halbe Stunde dauerte, weil sie an jeder Blume schnüffeln musste – mittlerweile genieße ich diese Auszeit vom stressigen Alltag und spätestens dann, wenn sie zu mir hochguckt und mich angrinst weiß ich – sie war die beste Entscheidung meines Lebens FÜR einen kleinen Hund.

Kleine Hunde sind anders, aber sie brauchen dennoch genauso viel Liebe, Konsequenz, Erziehung und Fürsorge. Man darf sie weder unterschätzen noch belächeln, denn sie sind vollwertige Hunde und können nur dann zu tollen Begleitern heranwachsen, wenn wir sie und ihre Bedürfnisse ernst nehmen und erkennen.

Dank Lucy hab ich all das erkannt und bin stolz darauf, dass sie eine selbstbewusste, offene, stets freundliche Hündin geworden ist. Als tollen Partner auf 4 Pfoten kann ich sie fast überall mit hinnehmen, da sie sich zu benehmen weiß und jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

In den ersten Monaten mit Lucy vermisste ich ein wenig einen vierbeinigen Partner mit dem ich Toben konnte, sei es nun Ball spielen oder auch mal einfach nur herumblödeln. Lucy brauchte etwas Zeit um auch in diese Rolle hinein zu wachsen aber wenn sie nun immer sonntags in der Früh ins Bett darf und dort mit mir spielerisch zankt, knurrt und sich mit voller Wucht auf mich wirft weiß ich – sie erfüllt alle Erwartungen und sogar noch mehr.

Inzwischen lieben wir es gemeinsam neue Tricks zu lernen und auch hier kommt mir ihre Größe zugute, denn beim Slalom durch die Beine laufen ist es mit einem Havaneser viel einfacher als mit einem Schäferhund 😉

Kurzum gesagt

Kleine Hunde können wundervolle Begleiter sein und ich würde mich immer wieder für einen kleinen Hund in meinem Leben entscheiden!

Lucy und Barbara
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Machts gut
Eure LuBa´s

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