Warum ich den Blickkontakt mit meinem Hund so liebe

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Die Augen eines Hundes verraten uns viel, denken wir doch gerade an weit aufgerissene Augen, wenn der Hund erschrickt, der sanfte Blick einer Mutterhündin oder aber auch der starre Blick, wenn der doofe Erzfeind sich am Gartenzaun blicken lässt.

Ich kennen keinen Hundebesitzer der es nicht liebt, in die treuen Augen seines Hundes zu blicken. In die Rehbraunen, haselnuss- oder bernsteinfarbenen vielleicht auch blauen Augen seines Hundes. Am schlimmsten ist es, wenn unsere Hunde dann diesen einzigartigen Hundeblick aufsetzen, der jeden von uns zum dahinschmelzen bringt. Sei es, dass sie uns bitten den Ball doch noch einmal zu werfen, sich mit ihrem Blick den Platz neben uns am Kopfpolster erschmeicheln oder uns dazu bewegen doch noch eine Leckerei rauszurücken.

Sie haben uns um ihre Pfote gewickelt und Schuld daran ist laut einer Studie von Wissenschaftlern der Azabu-Universität in Japan, dass der Hundeblick in uns starke neuronale Prozesse auslöst. Es kommt zu einer Ausschüttung des Bindungshormones Oxytocin – auch Kuschel- oder Wohlfühlhormon genannt. Einander – warmherzig – in die Augen schauen, erzeugt ein Gefühl von sozialer Belohnung und löst fürsorgliches Verhalten aus, sowohl beim Menschen als auch beim Hund. (Quelle: https://www.tackenberg.de/magazin/Mensch-Tier-Beziehung-100012/Schau-mir-in-die-Augen-Blickkontakt-zwischen-Mensch-und-Hunden-100866)

 

Nonverbale Kommunikation durch Blickkontakt

„Mein Hund weiß oft schon vorher, was ich von ihm möchte, es ist fast so, als könne er meine Gedanken lesen“ – Was für eine wunderschöne Liebeserklärung an unsere Hunde.

Sie beruht darauf, dass wir, sobald der Welpe bei uns einzieht sehr genau beobachtet werden. Unsere Hunde lesen uns, sie beobachten nicht nur unser aktives Tun, sondern auch unseren Blick. Oftmals wird dieser Blickkontakt auch mit anderen körperlichen Signalen kombiniert.

Unsere Hunde wollen mit uns kommunizieren und beobachten uns dazu laufend, ständig bereit neue Informationen mit uns auszutauschen – in die aktive Kommunikation zu gehen – sei es nur für einen Augenblick oder für Länger. Oftmals ist es nur ein Streifen mit dem Blick und sie erfassen, dass wir gerne die Richtung ändern möchten oder sich unsere Körperhaltung versteift, weil ein anderer Hund uns entgegenkommt. Bei Hund-Mensch Teams die aktiv über Blickkontakt kommunizieren reicht oft ein zwinkern aus um zu signalisieren „Ja klar darfst du toben“, „Es ist alles ok“, „Lauf weiter“.

Auf einem Spaziergang in laufender Kommunikation mit seinem Hund zu sein der vielleicht voraus läuft, sich gelegentlich halb umdreht um nachzufragen ob alles ok ist und dann weiter zu laufen, den Weg zu erkunden, das ist diese Qualitätszeit, dieses Miteinander, dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit. Sehr oft begegnen uns Menschen, die über das laufende und oft deutlich sichtbare „Gespräch“ zwischen Lucy und mir lächeln. Für mich gehört die Zeit beim Spaziergang Lucy – natürlich hat man auch mal Begleitung und plaudert – aber wir machen oft bewusste Achtsamkeitsspaziergänge bei denen wir auf uns achten, unsere Zweisamkeit stärken und es ist immer wieder wunderschön – doch dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

Der Blickkontakt mit seinem Menschen ist für den Hund sehr wichtig – sowohl ein abgewandtes Gesicht wie hinter einer Sonnenbrille versteckte Augen können einen Hund irritieren, da er seinen Menschen nicht mehr zu 100% lesen kann. Natürlich ist der Hund auch hier ein Kompensationskünstler und hat gelernt sich mit unseren modischen Accessoires zu arrangieren.
Versucht es doch mal selbst – dreht eurem Hund den Rücken zu und fordert ihn zu einem SITZ auf – allein die veränderte Position (also das abgewandte geben eines Kommandos) kann den Hund so irritieren, dass er es nicht ausführen kann obwohl er sonst bereits Sitzt, noch bevor ihr das Kommando fertig ausgesprochen habt.

Bei unsicheren oder aggressiven Hunden rät man dazu, sie nicht direkt anzustarren, sondern den Blick leicht abzuwenden um zu signalisieren, dass man keine Bedrohung ist.

Ich erinnere mich an einen Satz aus einem Hundebuch – nur Raubtiere starren ihre Beute an – und es stimmt – denkt an einen Wolf, der gerade seine Beute – das Reh fixiert – das hat wohl wenig gemeinsam mit dem Pferd, das um die Karotte bettelt.

 

Wie sieht der Hund eigentlich?

Unsere Hunde leben in einer bunten Welt – zwar ist diese nicht so komplex wie die von uns Menschen aber dennoch nicht farblos.

Laut dem amerikanischen Psychologen Jay Neitz können Hunde ROT und GRÜN schlecht voneinander unterscheiden, da rotes für sie wie gelb aussieht und grünes ebenso. Also wäre es für den Hund sehr schwierig einen roten Gegenstand in einer Wiese rein über die Augen zu finden da er hier gelb auf gelb sieht wobei er natürlich Strukturen wahrnehmen kann. Dafür, so Neitz könne der Hund Blautöne sehr gut sehen. (Quelle: https://www.stern.de/familie/leben/dogs/ein-blick-in-das-auge-des-hundes–was-koennen-sie-sehen–8546458.html)

 

Laut der wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Dana Vaughan erkennen Hunde die Farben Blau, Indigo, violett und rot recht gut. Hingegen können sie Farben wie grün, gelb und orange nicht wahrnehmen. Sie unterscheiden diese lediglich aufgrund ihres Kontrastes zu der Umgebung.

Der Vorteil des Hundes liegt allerdings darin, dass er auch bei wenig Licht sehen kann, denn die Hundeaugen sind viel empfindlicher auf Bewegung und Licht als Menschenaugen. Dies liegt daran, dass das Hundeauge zum größten Teil aus Stäbchen besteht – das sind die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut, die man auch Retina nennt – sie ermöglichen es dem Jäger Hund auch in der Dämmung oder bei schwachem Licht wesentlich besser sehen zu können als wir. (Quelle: https://www.hundeportal24.eu/gesundheit/hundeaugen-krankheiten/)

Selbst innerhalb der einzelnen Hunderassen gibt es Unterschiede im Sehvermögen – diese sind unter anderem im Abstand der Augen zu finden. Hundeaugen liegen generell weiter auseinander als Menschenaugen und ermöglichen dem Hund ein besseres peripheres Sehvermögen. Zb hat der Pekinese etwa um das 5-10 fache mehr peripheres Sehvermögen, der typische Terrier um das 20-30 fache.

 

Augencheck beim Hund

Mindestens genauso wichtig wie ein täglicher Pfotencheck und das Füttern ist der Blick in die Hundeaugen. Gesunde Augen erkennt man an einem klaren, glänzenden Blick. Die Augen sollten frei und sauber sein und ohne Schleim oder Verkrustungen.

Bei den LuBa´s wird immer in der Früh vor dem Gassi gehen die Frisur neu gemacht und ein kleiner Augencheck durchgeführt. Dabei entferne ich die wenige getrocknete Tränenflüssigkeit in den inneren Augenwinkeln mit einem feuchten, nicht fusseligen Tuch – es gibt auch speziell verpackte Augenpflegetücher. Wichtig ist pro Auge ein eigenes Tuch zu verwenden um evt. vorliegende Keime nicht von Auge zu Auge zu übertragen.

Man wischt mit dem Tuch vorsichtig vom inneren Augenwinkel aus über die Lider und kann wie zb. bei langhaarigen Hunden öfters der Fall ins Auge piksende Haare und getrockneten Tränenfluss entfernen. Tränenflüssigkeit (Tränenstein) kann infolge einer Reaktion mit der Keimflora der Haut auch das Fell verfärben – hier haben Groomer oft sehr hilfreiche Tipps für die Pflege und ist darauf zu achten, dass das Mittel zur Augenpflege keinesfalls Bleichmittel enthält die das Auge schädigen können.

Speziell nach Spaziergängen über staubige Wege oder bei starken Pollenbelastung ist es sinnvoll, danach auch die Augen zu reinigen um Fremdkörper zu entfernen und so einer Bindehautentzündung vorzubeugen. Dazu nutzt man am besten einen milden Augenreiniger ohne Konservierungsstoffe oder klares Wasser.

Genauso belastend kann trockene Heizungsluft oder Zugluft für Hundeaugen sein – hier liegt es an uns frühzeitig Probleme zu erkennen und unsere Hunde zu unterstützen. Bei trockener Raumluft kann eine milde Augenpflege zur Befeuchtung Abhilfe schaffen. (Quellehttps://www.vital-friend.de/augenpflege-bei-hunden/7-tipps-augenpflege/)

Zur Vorsorge für besondere Situationen oder vorbelastete Hunde gibt es inzwischen diverse tolle Hundebrillen die nicht nur schick aussehen, sondern den Hund auch vor UV-Strahlen, Fahrtwind, Staub, Gräserpollen und Verletzungen durch Fremdkörper schützen.

Zusätzlich kann eine ausgewogene Ernährung die alle wichtigen Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe enthält, die für das gesunde Auge beim Hund wichtig sind unterstützen und den Hund von innen stärken.

 

Schlusswort

Wenn Lucy mich ansieht ist es oft, als würde sie mir direkt ins Herz blicken, ich muss lächeln, mir wird´s warm.
Was ein Hund alleine mit seinem ehrlichen, offenen Blick erreichen kann ist oft mehr, als wir Menschen mit Worten auszudrücken vermögen.
Vielleicht ist der Hund deshalb unser bester Freund.

 

Das war´s wieder ihr Lieben – wenn Euch unser Blogartikel gefallen hat freuen wir uns über ein Kommentar oder eine Nachricht.

Machts gut
Eure LuBa´s

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