Welpenalarm – rund um den Einzug des neuen Familienmitgliedes

Punkteauflistung einer ToDo Liste wenn ein Welpe einzieht was man bedenken muss

Wenn der Einzug des neuen Familienmitgliedes kurz bevorsteht, gibt es einiges zu tun. Das ist auch gut so, denn mit den Vorbereitungen verkürzt sich die Wartezeit auf den Welpen. In unserem heutigen Blogartikel geht’s um Welpenalarm – von der Grundausstattung, Sicherheit und Tipps zum Welpenglück. Vorbereitung ist schließlich alles 😉. Eine Freundin von mir sagt immer „Bleib locker das klappt schon alles, sieh es nicht so verbissen“. Natürlich hat sie damit recht. Es hilft nichts sich schon vor dem Einzug zu viele Sorgen zu machen ob alles klappen wird – am besten man arrangiert sich schonmal damit, dass es nicht klappen wird. Das ist aber auch gar nicht schlimm. Natürlich hat man ein Traumbild im Kopf wie das Leben mit Welpen sein wird, allerdings gleicht die Realität dann oftmals einem Schüttelbild, wenn ein kleines 10 Wochen altes Welpentier durch die Wohnung tobt.
Deswegen sind für mich die Gedanken und Vorbereitungen vor dem Einzug des Welpens so wichtig. Schließlich würde doch auch keiner eine Bergtour ohne Ausrüstung machen. Je besser meine Ausrüstung, desto gelassener und gut vorbereitet kann ich dem Abenteuer Welpen entgegenblicken und mich darauf freuen.

Welpenalarm – was kommt da eigentlich auf mich zu?

Mal ganz nüchtern betrachtet, also ohne dabei das soeben erhaltene neue Bild des Welpen anzusehen das der Züchter gerade geschickt hat und bei dem man sofort Herzchen in den Augen und Milcheinschuß hat. Ohne „Och kuck mal wie der grade kuckt, so ein Lauser, so ein Süsser, Moiiiiiii ist der zum Knuddeln“.

Also wirklich ganz realistisch betrachtet – es wird keine schöne Zeit in der alles rosarot ist und man von der flauschigen Wolke seelig getragen wird. Davon könnt ihr euch gleich mal verabschieden!!!

Warum ich sowas sage? Ach ihr hattet erwartet, dass wir hier Welpen-Wattebällchen werfen? Ne ne meine Lieben – heute wird Welpenklartext gesprochen. Ungeschönte Wahrheiten die man sonst nirgends zu lesen kriegt, die aber man gesagt werden müssen:

  • Schlaf wird in den ersten Wochen Mangelware sein, wenn überhaupt schläft man stundenweise
  • immer dann, wenn man gerade eingeschlafen ist muss der Welpe raus
  • blitzartig aus dem Tiefschlaf aufschießen, weil der Welpe jammert, oft nicht mal wissen wo man genau ist, um dann schlaftrunken in Socken und Jogginghose zu schlüpfen und mit dem Welpen am Arm auf die Wiese zu torkeln
  • sich den Popsch abfrieren, wenn der Welpe dann eben nicht mehr sofort Pippi machen kann und man die Jacke in der Wohnung vergessen hat
  • gefühlt dauernd im Schlabberlook auf der Wiese stehen und auf ein Geschäft warten
  • sich einen Haxen ausfreuen, wenn Welpi eine feste Wurst macht auch wenn man selbst seit 15 Minuten aufs Klo müsste
  • ziellos auf der Wiese herum schlendern weil Welpi – jetzt ja auf der spannenden Wiese – grad gar nicht mehr muss
  • nach unzähligen Minuten vergeblichen Wartens wieder in die Wohnung zurückkehren um dort nach 2 Minuten in einer Welpen-Pippi-Pfütze zu stehen weil der Welpe jetzt doch dringend musste
  • sich freuen, weil Welpi mal 10 Minuten so schön ruhig ist um dann zu merken, dass er sich als Schuhdesigner versucht hat und die Lieblingstreter nun dem Köter gehören
  • feststellen, dass Welpi Innenarchitekt ist und für die Wohnung ganz spezielle Vorstellungen hat, die er in jeder freien Sekunde umsetzt
  • nicht mehr wissen wo man das Handyladekabel einstecken soll weil alle Steckdosen abgeklebt sind
  • das gekaufte Welpengeschirr zerbissen vorfinden und sich aufmachen ein neues zu kaufen
  • feststellen, dass der vorher gekaufte Hundemantel dem Welpen nie passt weil schon von Beginn an zu klein
  • verzweifeln, weil Welpi sein Futter nicht mag und man auf der Suche nach Hilfe nur dumme Kommentare abbekommt
  • irgendwann 20 Futtersäcke und Dosen herumstehen haben weil der Welpe ja schließlich irgendwas fressen muss aber immer nur 1 Tag vom Futter begeistert ist
  • Welpenabdrücke auf den Händen haben weil Welpi entdeckt hat, dass er Vampirzähnchen besitzt und diese austesten muss
  • in Kürze jeden Hund in der Umgebung mit Namen und Lebensgeschichte kennen
  • beim Autofahren nur mehr im Schneckentempo vorankommen, damit Welpi nicht in der Box herumgeworfen wird
  • ………

Die Liste könnte man vermutlich endlos fortsetzen, da jeder mit seinem Welpen ganz eigene Erfahrungen machen wird. Welpenbesitzer sind in der ersten Zeit müde, oftmals verzweifelt weil es anders ist als gedacht ABER und das ist doch am Ende das Wichtigste – wenn man seinen Welpen um 3:00 Uhr früh auf den Arm nimmt weil er jammert und raus muss und die kleine Zunge einem dankbar übers Gesicht leckt, dann ist es das doch alles wert.

Wenn der kleine Wirbelwind sich an einen kuschelt und einschläft, man beobachtet, wie sich das Bäuchlein hebt und senkt und die Babypfötchen im Traum zucken – dann sind die Strapazen und der kurze Ärger doch schon fast vergessen.

Aber, es musste mal gesagt werden 😉 schließlich soll keiner hinterher sagen, er hätt es nicht gewusst.

Doch nun zurück zum Thema! Welpenalarm und Welpenglück!

Die Welpen -ToDo Liste

Die Wartezeit verkürzt man sich neben den Vorbereitungen am Besten mit einem guten Welpenbuch, denn es kann selbst bei erfahrenen Hundemenschen nie schaden nochmals ein wenig sich die Anfangszeit in Erinnerung zu rufen.

Rechtliches (Sachkundenachweis, Hundehaftpflichtversicherung, Krankenversicherung für den Hund)

Erkundigt euch am besten früh genug, welche Bestimmungen es in eurem Bundesland bzw. in eurer Stadt/Gemeinde für die Hundehaltung gibt.
In Tirol beispielsweise ist es für Ersthundehalter verpflichtend einen Sachkundenachweis zu erbringen. Dieser findet in Form eines 2,5 Stunden Kurses am Wifi (aktuell online) statt und vermittelt Hundeneulingen einen tollen Überblick.
Welpen müssen im Alter von 12 Wochen bei der Stadt/Gemeinde angemeldet werden. Für die Anmeldung benötigt man unter anderem auch einen Nachweis, dass der Welpe versichert ist.
ACHTUNG – Mancherorts sind die Bestimmungen rassespezifisch unterschiedlich!

Versicherungen sind generell ein wichtiges Thema. Oft besteht die Möglichkeit für kleines Geld den Hund in die bestehende Haushaltsversicherung einzugliedern. Achtet dabei darauf, wie hoch die Versicherungssumme ist und welche Ausnahmen aus der Haftung bestehen. Verschiedene Modelle sind möglich, einige schließen sogar Fahrlässigkeit mit ein bzw. können auch für Hunde im Freilauf ausgedehnt werden.

Krankenversicherungen für den Hund erfreuen sich mittlerweile großer Beliebtheit, sind aber nicht verpflichtend. Hier gibt es von der reinen Operationsversicherung bis zur Vollversicherung verschiedene Modelle. Achtet unbedingt bei der Polizze darauf ob und wie die Kosten gedeckelt sind bzw. ob die Versicherung mit zunehmendem Alter des Hundes teurer wird. Lasst euch hier unbedingt ausführlich beraten!

Punktemässige Auflistung über die notwendige Grundaustattung für einen Welpen

Grundausstattung

Shopping macht Spass – klar und für den Welpen umso mehr. Bei der Fülle an Produkten die es im Handel gibt ist es aber oft schwer, den Überblick zwischen TOP oder FLOP zu behalten. Deshalb meine kleine Liste an – für mich – wichtigsten Erstausstattungsdingen!

  • Wasser- und Futternapf (Mein Tipp: Keramik)
    Verzichtet bitte auf Kunststoffnäpfe da diese einerseits schwerer zu reinigen sind, somit eine höhere Keimbelastung haben und bei minderwertigem Kunststoff Bestandteile ins Futter oder Wasser übergehen können

  • Bett / Kissen (Mein Tipp: auf Rassevorlieben eingehen)
    Jeder Hund ist anders – gilt so auch hier – allerdings reicht für den Anfang auch ein günstiges Hundebettchen das später, sobald der Welpe stubenrein ist je nach Vorliebe von einem hochwertigen Bett/Kissen abgelöst wird. Dies hat auch den Vorteil, dass evt. Welpenzähnchen-Attacken nicht tragisch sind.

  • Leine & Brustgeschirr (Mein Tipp: Größeninfo vom Züchter)
    besonders bei der Größe des Brustgeschirrs kann ein guter Züchter Hilfestellung geben, vielleicht hat er sogar eine Marke von der er weiss, dass sie für die Rasse besonders gut passt. Verzichtet bitte speziell zu Anfang, wenn der Welpe noch nicht sicher an der Leine geht auf Halsbänder.

  • leichte Schleppleine (Mein Tipp: Biothane)
    Um dem Welpen möglichst viel Freilauf geben zu können hilft eine leichte und leicht zu säubernde Schleppleine. Damit könnt ihr bei Bedarf den Welpen sichern und er darf dennoch die große weite Welt erkunden. Biothane Leinen sind abwischbar und langlebig. Es gibt sie inzwischen in diversen Stärken und Längen.

  • Transportbox oder Sicherheitsgurt Auto (Mein Tipp: Flohmarkt für Aluboxen)
    Verzichtet bitte darauf, den Welpen frei im Auto mitfahren zu lassen. Bei einer plötzlichen Vollbremsung könnt der Welpe und auch ihr extreme Verletzungen davontragen.
  • erstes Spielzeug (Mein Tipp: ohne Quietschie, rasseabhängig beschaffen)
    Ich persönlich finde Quietschspielzeug ist dann geeignet, wenn der Welpe den Unterschied zwischen meinen Händen und einem Spielzeug oder seiner Knabberstange kennt. Ausserdem sollte das Spielzeug zum Hund passen. Lucy zum Beispiel liebt ganz weiche Dotties heiss und innig während Mailo lieber etwas festere Stoffe mag. Wichtig ist, dass das Spielzeug welpentauglich ist – also ohne verschluckbare Hartteile etc.

  • Kauartikel (Mein Tipp: nicht zu hart um Haarrissen an den Zähnen vorzubeugen)
    Welpen kauen gerne. Ihr Zahnfleisch ist oft geschwollen und juckt. Da können gute Kauartikel Abhilfe schaffen. Je nach Rasse kann dies zb. bei kleinen Hunden ein Lamm- oder Kaninchenohr sein oder bei größeren auch ein Schweine- oder Rinderohr. Beachtet bitte, dass es durch die Kauartikel zu weichem Kot kommen kann, wenn der Welpe viel davon frisst. Hier wäre eine Alternative ein gefüllter Kong auf dem der Welpe herumnagen kann. Diesen könnt ihr auch leicht im Kühlschrank kühlen, was bei juckendem Zahnfleisch Linderung bringt. Ansonsten gibt es inzwischen diverse Kauwurzeln (bitte darauf achten, dass diese nicht splittern) oder auch speziellen Kau-Hartkäse (Kaukäse für Hunde) der gut zur Kaubeschäftigung geeignet ist. Allgemein gilt – Kauknochen nur unter Aufsicht!
    ACHTUNG: Generell gilt – echte Knochen sollten nur Hunde bekommen die eine Frischfütterung gewöhnt sind und NUR rohe Knochen. Niemals gekochte/gegrillte Knochen füttern da diese splittern können!!

  • Leckerlis (Mein Tipp: Futtertube zum selbst befüllen, verschiedene Leckerlis)
    Welpen müssen viel lernen. Ab Besten 5x am Tag in Sekundenlänge mit dazwischen viel Zeit zum Ruhen und Schlafen. Zum Üben eigenen sich weiche Leckerlis besonders gut, denn diese kann der Welpe schneller schlucken und man bleibt im Trainingsflow.
    Besonders toll finde ich Futtertuben die man selbst nach Vorliebe des Hundes befüllen kann. Natürlich gibt es auch fertig gefüllte Futtertuben zu kaufen. Hier achtet man am besten auf gute, hochwertige Zutaten. Zucker hat in keinem Leckerli oder Hundefutter etwas zu suchen und auch zu viele Konservierungsmittel sollten nicht enthalten sein. Alternativ kann man natürlich seine eigenen Hundekekse machen dann hat der Hund garantiert ein gesundes Leckerchen. Bald werden wir hier auch einige Rezepte dazu veröffentlichen.

  • Hundemarke mit Telefonnummer
    Man bekommt inzwischen von Metall- bis Kunststoff und sogar Stoffmarken die individuell mit Hundenamen, eurer Telefonnummer oder anderem Hinweis graviert werden. Lucy trägt auf jedem Ihrer Brustgeschirre eine Marke, schließlich weiss man nie, ob sich der Hund nicht doch mal erschreckt und wegläuft.
    ACHTUNG: Bitte achtet auch darauf, dass euer Hund einerseits gechippt und bei Animaldata (Österreich) und/oder TASSO (Deutschland) registriert ist.

  • Hundemantel (speziell im Winter)
    Welpenfell ist dünn und flauschig und bei den meisten Rassen noch nicht wirklich für winterliche Bedingungen gemacht. Ein gut sitzender Wintermantel ist nicht nur modisches Accessoire sondern vor allem hilfreich. Damit könnt ihr nicht nur lästigen Harnwegsinfekten vorbeugen die das Sauberwerden noch schwerer machen, euer Welpe kühlt auch nicht so rasch aus und das Immunsystem wird entlastet. Auch bei Hundemänteln gilt – gebraucht gekauft kann super sein und viel Geld sparen, zumal der Welpe rasch wieder aus dem ersten Mantel rauswächst.

  • Welpenauflagen (Mein Tipp: Wickeltischauflagen)
    Wenn man doch mal nicht schnell genug ist bieten sich Welpenauflagen an. Diese können zb. an einem fixen Platz gelegt dem Welpen beim Stubenrein werden sehr helfen, da er lernt, sich dort zu lösen ist auch völlig ok, wenn man vom dringenden Pippi beim Spielen überrascht wird. Welpenauflagen machen zb auch in der Box Sinn, damit ein evt. Hoppala schnell beseitigt werden kann.

  • Futter (evt. vom Züchter bzw. weiterführendes)
    Gute Züchter geben Ihren Welpenkäufern für die ersten Tage das bestehende Futter mit. Plant man einen Futterwechsel sollte dieser wenn möglich erst nach 10-14 Tagen Eingewöhnung im neuen Zuhause erfolgen um den Welpenorganismus nicht zu sehr zu stressen. Welches Futter der Welpe künftig bekommen soll will gut überlegt sein. Ein gutes Futter bildet den Grundbaustein damit sich der Welpe wohl fühlt, gesund ist, genügend Kraft und Energie hat und wachsen und gedeihen kann. Gerne beraten wir euch welches Futter das Richtige sein kann und zu euch passt!

  • Bürste / Kamm / Krallenzange / Zeckenzange / Welpenshampoo
    Je nach Rasse macht es Sinn, sich eine weiche und der Welpengröße angemessene Bürste bzw. auch ein Kamm zu zulegen um den Welpen an die Fellpflege zu gewöhnen. Eine qualitativ gute Krallenzange sollte jeder zuhause haben – die richtige Handhabung kann man ganz leicht lernen! Es macht absolut Sinn bereits Welpen ans Bürsten bzw. eine Pfötchenkontrolle zu gewöhnen um später von dem Erlernten zu profitieren. Kleine Trainingseinheiten ohne Stress mit viel Lob und Belohnungen führen zum Ziel – so klappts auch mit einem Zappelphilipp.
    Zeckenzange und ein mildes, für Hunde geeignetes Welpenshampoo runden die erste Grundausstattung schon ab.

  • Hundeapotheke
    Lasst euch hier am Besten von eurem Tierarzt beraten – teilweise verkaufen Tierärzte auch bereits vorgefertigte Hundeapotheken. Fehlen sollte keinesfalls ein geeignetes Desinfektionsmittel, diverse Hilfsmittel zum Verbinden, Babysocken/Pfotenschuhe, Einweghandschuhe, Fieberthermometer, Pinzette und Schere
  • Kotbeutel evt. Feuchttücher

Tierarztsuche

Was ist euch wichtig an eurem Ansprechpartner Tierarzt? Vielleicht, dass er ohne Auto erreichbar ist oder die Öffnungszeiten? Vielleicht wollte ihr, dass euer Tierarzt ein eigenes Röntgen hat oder auch auf bestimmte Rassen spezialisiert ist. Der Tierarzt wird bei Problemen rund um den Hund vermutlich eurer erster Ansprechpartner sein, deshalb ist die Chemie auch nicht ganz unwichtig. Viele Tierärzte bieten für Welpen einen Kennenlerntermin an – so könnt ihr und der Welpe ohne Grund schonmal Praxisluft schnuppern bis dann die erste Impfung ansteht.
Tiroler Tierärzte findet ihr HIER

Futterfrage

Züchterwelpen bekommen meist bei Auszug ein Erstpaket an Futter mit. Darin ist das bisher gefütterte Futter für die ersten Tage enthalten um dem Welpen die Umstellung zu erleichtern. Egal ob ihr das vom Züchter gefütterte Futter weitergeben möchtet oder nicht – mein Tipp ist, das Züchterfutter auf jeden Fall noch 10-14 Tage dem Welpen zu füttern. Die Umstellung mit dem Umzug, der neuen Umgebung und der neuen Familie mit all den Umwelteinflüssen und Reizen ist schon aufregend und stressig genug für euren Welpen. Erspart ihm zusätzlichen Stress durch eine Futterumstellung bis er sich ein wenig eingewöhnt hat. Danach kann eine sanfte Umstellung auf eurer Wunschfutter schrittweise erfolgen. Welche Fütterungsart und welches Futter für euch und euren Welpen am besten passt können wir gerne gemeinsam herausfinden. Schreibt mir doch!

Auflistung zu den Punkten wie man eine Wohnung Welpensicher macht

Welpensichere Wohnung

Meine Erfahrung mit Welpen ist:
– sie erkunden alles, bevorzugt mit dem Maul (knabbern gern man was an)
– sie gelangen an Orte (zb. unter die Kommode) die ich nie bedacht hätte
– sie können blitzschnell sein und sich wie Ninjas an- und fortschleichen

Um zu verhindern, dass der Welpe sich böse verletzt oder aber etwas euch sehr wertvolles beschädigt, solltet ihr euch vorher einige Gedanken zur Welpensicheren Wohnung machen.

Klar muss nicht jeder Welpe ein kleines Knabbermonster sein – Lucy zum Beispiel hat nie etwas angeknabbert. Allerdings war sie plötzlich verschwunden und das von einer Sekunde auf die andere wobei ich extra den Raum abgesichert hatte. Wo also war das kleine Havanesertierchen?
Ganz heimlich, blitzschnell und leise war sie durch den nur 10cm hohen Spalt unter die Anrichte entschwunden – was für ein Schock (vorallem da mein Monsterchen sich da unten ganz still verhalten hat und es vermutlich ganz lustig fand als ich sie suchte) und eine riesige Erleichterung als sie dann hervortapste.
Ich glaub ich muss nicht extra betonen, dass wir diese 10cm vor Mailo´s Einzug so abgesichert haben, dass nicht mal ein Goldhamster durchschlüpfen könnte

  • Steckdosen absichern (Kinderschutz, Abdeckung, etc.)
  • Mehrfachstecker unzugänglich verlegen
  • freiliegende Kabel (entfernen oder absichern)
  • spitze Ecken (entschärfen zb. mit Schaumgummi)
  • Treppen (mit Absperrung sichern zb. Babygitter)
  • Zimmerpflanzen (in unerreichbare Höhe stellen)
  • Putz-/Waschmittel (unerreichbar verräumen)
  • Schuhe verräumen
  • teure Teppiche ausquartieren wg. evt. Pippi- und Knabberattacken
  • Dekogegenstände aus Reichtweite des Welpen stellen
  • Mülleimer gegen Ausräumattacken sichern
  • evt. Kratzschutz an Hauseingangstüre anbringen
  • alles ungeeignete (zb. Schokokekse) aus Reichweite entfernen

Urlaub für die Eingewöhnung

Wenn möglich macht es durchaus Sinn sich 1-2 Wochen Urlaub für die Eingewöhnung des Welpens zu nehmen. In dieser Zeit hat man selbst ohnehin meist auch nur einen sehr reduzierten Schlaf, sodass man oft froh ist, wenn nicht zusätzlich noch Leistung vom Arbeitgeber gefordert wird. So kann man sich ganz und gar darauf konzentrieren, dass durch das Welpentier jetzt erstmal alles anders ist. Mein Tipp ist, trotzdem zu versuchen den normalen Alltags-Rhythmus soweit möglich beizubehalten zb. bei den Aufstehzeiten damit der Welpe sich daran schon gewöhnen kann.

Darf der Welpe danach mit zur Arbeit sollte er darauf schon bestmöglich vorbereitet werden je nachdem, was ihn im Arbeitsalltag erwartet. Die Eingewöhnung ist umso schöner, wenn man sie ohne Zeitdruck erleben kann. Schließlich muss das neue Familienmitglied in Ruhe ankommen.
Mein Tipp – plant für die ersten Tage nicht zuviel Besuch und Abenteuer ein. Für euren Welpen ist es schon spannend Euch, eure Wohnung, vielleicht Kinder oder andere Mitbewohner kennen zu lernen. Nebenbei bemerkt darf man nicht vergessen, dass Welpen gut 20 Stunden am Tag schlafen oder ruhen sollten.

Abholtag planen

Als wir Lucy von der Züchterin abholten wussten wir, die Fahrt wird bei guten Bedingungen knapp 1,5-2 Stunden dauern. Wir waren zu zweit, sodass ich Lucy am Schoß behalten konnte, während Herrchen uns chauffierte. Eine Begleitperson die fährt würde ich euch also dringend raten, damit ihr euch auf den Welpen konzentrieren könnt. Für den beginnt mit der Fahrt nämlich sein neues Leben und da ist es doch toll, wenn es mit ganz viel Nähe zu seiner Bezugsperson beginnt.

Sinnvoll ist auf jeden Fall eine Decke oder ein Handtuch, evt. auch eine Wickelauflage die rasch entfernt werden kann, sollte dem Welpen übel werden. Küchenrolle und Feuchttücher haben uns damals sehr geholfen 😉. Das Welpengeschirr würde ich noch direkt beim Züchter anziehen und eine leichte Leine, falls man unterwegs mal Halt machen möchte.

Normalerweise werden die Welpen vor der Fahrt nicht gefüttert um Hoppalas während der Fahrt zu vermeiden. Sinn macht natürlich auch, den Welpen nochmals mit seiner Mama oder seinen Geschwistern toben zu lassen, damit er müde und zufrieden im besten Fall die Heimfahrt einfach verschläft.

Zuhause führt der erste Weg in den Garten oder ein nahegelegenes Grün das in der ersten Zeit der Löseplatz sein wird. Also der Ort, an dem ihr euch zu jeder möglichen  und unmöglichen Tages- und Nachtzeit in mehr oder weniger vorzeigbarem Zustand mit eurem Welpen wiederfindet beim Warten auf das wichtige Geschäft. 😉

Ansonsten ist mein Tipp den Abholtag sehr ruhig zu verbringen, keine Welpenwillkommensparty mit der ganzen Familie, sondern eher ein gemütliches Ankommen und erkunden des Pippiplatzes. Auch die komplette Wohnung muss nicht sofort am ersten Tag erkundet werden. Gebt dem Welpen Zeit und orientiert euch danach, wie er auf die Fahrt und Ankunft zuhause reagiert hat. Es gibt Welpen die schon davon total beeindruckt sind – wieder andere erkunden gleich mutig den Garten – ab hier gilt – Ablauf individuell aber immer abgestimmt auf den Welpen.

Überlegung Transport im Auto

Vorneweg weil ich immer wieder Hunde sehe, die ohne Sicherung am Beifahrersitz sitzen oder sogar am Schoss von Frauchen während diese fährt – ACHTUNG – bitte denkt daran, dass im Falle eines Unfalles euer Hund ungesichert zu einer großen Gefahr für sich selbst aber auch für euch wird. Bitte sichert eure Hunde zumindest mit einem geeigneten Brustgeschirr und einem Sicherheitsgurt.

Inzwischen gibt es nicht nur sichere sondern auch für nahezu jedes Auto passende Lösungen um den Hund gut zu transportieren. Altbewährt sind natürlich die Aluboxen für den Kofferraum. Perfekt geeignet da man selbst den grade in Matsch und Schlamm gewälzten Hund in die Box packen kann und so sicher nach Hause bringt ohne, dass das restliche Auto verunstaltet wird. Ein Hoch auf die Alubox!
Flugboxen sind ebenso sehr beliebt und können mit geeigneten Spanngurten und etwas Geschick gut an den Haltepunkten im Kofferraum verankert werden.
Beide Boxenarten gibt es in diversen Größen und Ausstattungsvarianten. Bei Welpen denkt bitte an einen Aufprallschutz in der Box (zb. ein dickes Polster) da Welpen bei Autofahrten ihren Körper noch nicht so gut ausbalancieren können.

Speziell geeignete Autositze erobern seit kurzem den Markt. Es gibt Modelle die sogar TÜV geprüft sind und ein hohes Maß an Sicherheit versprechen. Praktischerweise sind sie sogar in Farbe und Material variabel, sodass Frau oder Herr Hund nicht nur sicher, sondern auch stylisch top chauffiert werden können.

Suche nach DER Welpenschule / Hundetrainer

Hier ist wieder Bauchgefühl gefragt – in der Hundeschule und mit dem Trainer/in solltet ihr und euer Hund euch wohl fühlen. Da gibt es keinen Kompromiss!! Die beste Hundeschule gleich ums Eck nützt wenig, wenn dort mit Methoden trainiert wird, die euch nicht zusagen oder schlimmer noch, die ihr grundlegend ablehnt.

Doch was macht für die LuBa´s eine gute Hundeschule aus?

  • Ein gesichertes, am besten eingezäuntes Gelände à hier kann ich beruhigt meinen Welpen auch mal laufen lassen, selbst wenn der Rückruf noch nicht 100%ig klappt, es besteht keine Gefahr, dass „Fremdhunde“ plötzlich das Training stören, etc.
  • Kleine Gruppen von maximal 5 Hunden damit sich der Trainer/in wirklich auf jeden Hund konzentrieren kann
  • Es werden sowohl Gruppen- wie auch Einzeltrainings angeboten da man oft an einen Punkt kommt, wo ein Einzeltraining und somit eine intensivere Betreuung ohne andere Hunde Sinn macht
  • Gruppentrainings nach Hundegröße sortiert, denn ein Havaneserwelpe spielt einfach ungefährlicher mit anderen Kleinhunden als mit einem BernerSennen-Welpen der tollpatschig erst seine großen Pfoten sortieren muss. Umgekehrt ist der BernerSennen Welpe sicherlich besser in Gesellschaft anderer groß werdenden Welpen aufgehoben die ebenso erst ein Gefühl für ihren Körper lernen müssen.
  • Keine reinen Spielgruppen – Hundeplatz soll nicht heissen „jetzt geht die Party ab und die Ohren auf Durchzug“, es wird nicht getobt bis die Welpen müde und somit doof werden, eine kurze Spielsequenz, wenn es unter den Welpen passt mit Ruheübungen und kleinen Lerneinheiten, dem Lernstand angepasst machen viel mehr Sinn für Welpe und Besitzer
  • Alle Rassen sind willkommen, es gibt keine Vorurteile gegen bestimmte Rassen und jeder Hund wird individuell betrachtet wie er ist
  • Trainer/in arbeiten mit Motivation, Spiel und Lob und sind offen für Fragen bzw. helfen bei Problemen
  • Ich als Mensch werde ebenso trainiert wie mein Hund damit wir als Team besser werden

Suche nach einem Hundesitter

Definiert was ihr wollt und was nicht. Lasst euch auch hier nicht beirren! Ein Hundesitter trägt die Verantwortung für euren Hund in eurer Abwesenheit.

Ein kleines Beispiel: Eine Freundin hatte eine Hundesitterin die immer Mittwochs Mittag den Hund zuhause abholte um mit ihm einen ausgiebigen Spaziergang zu machen da meine Freundin am Mittwoch immer erst abends nach Hause kam. Wichtig war, dass der Hund mindestens 1 Stunde spazieren gehen sollte um genügend Zeit zu haben sich zu lösen und die Pfoten zu vertreten. Eines Mittwochs bekam meine Freundin ein Bild geschickt – ihr Hund war mutterseelenalleine auf einer öffentlichen Hundewiese. Von der Sitterin keine Spur. Später stellte sich heraus, die Hundesitterin besuchte die Hundewiese öfter und überließ den Hund dort einfach sich selbst während sie sich auf einer Parkbank mit ihrem Handy beschäftigte. Meine Freundin war enttäuscht und sauer – so war das nicht ausgemacht gewesen. Es war der letzte Mittwoch, an dem der Hund von der Sitterin abgeholt wurde.

Am besten vereinbart ihr ein unverbindliches Kennenlernen um herauszufinden ob die Chemie passen kann. Wie möchtet ihr, dass mit eurem Hund umgegangen wird, was soll/darf der Hundesitter und was ist für euch ein absolutes NoGo? Ein guter Hundesitter darf auch Geld kostet wenn dafür der Hund wirklich gut betreut wird!
Vielleicht findet sich aber auch jemand aus der Familie der die Betreuung übernehmen kann!

Grafik mit Tipps rund um die Welpenzeit

Tipps aus unserer Trickkiste

Zu guter Letzt – einige Tipps aus meiner Trickkiste die mir im Laufe der Jahre beim Welpenalar schon weiter geholfen haben und mit denen das Leben mit Welpen etwas leichter – eben zum Welpenglück wird:

  • Pippi-Vernichter bereit halten → füll eine Sprühflasche mit Essig+Wasser Gemisch, dazu Küchenpapier und du bist für jede Pippi-Attacke gewappnet
  • Blitz-Kleidung griffbereit → leg dir abends eine bequeme Hose, Socken und Jacke griffbereit hin in die du bei Bedarf rasch schlüpfen kannst wenn ein Eilgeschäft sich ankündigt
  • Nach müde kommt blöd → Ruhe lernen! Nicht zu viel wollen & die Faustregel 1 Min. pro Lebenswoche beachten
  • was Hänschen nicht lernt….. → Von Beginn an tägliches Medical Training spielerisch üben – Du brauchst Hilfe? Melde dich
  • Trau deinem Gefühl → Immer aufs eigene Bauchgefühl hören!
  • Orale Phase nutzen → stell deinem Welpen alle, für Hunde geeigneten Lebensmittel einmal vor zum Kennenlernen (hier reichen winzige Stückchen)
  • Höhlenwunsch nutzen → Welpen schlafen gerne in Höhlen – eine Schlafbox die der Welpe positiv kennengelernt hat, hilft beim Sauber werden in der Nacht
  • Fordern aber nicht überfordern → viele sekunden-kurze Trainingseinheiten über den Tag verteilt führen schneller zum Ziel als ein langes Training
  • Zähnchen-Helfer → damit alles heil bleibt geeignete Knabbereien anbieten um das Zahnen zu erleichtern, evt. auch leicht gekühlte Knabbereien
  • Es darf auch mal nicht alles toll sein → gerade die Anfangszeit ist der Welpenalarm anstrengend und oft weniger romantisch und harmonisch als man es sich vorgestellt hat. Erlaub dir einfach mal es doof zu finden dass der Welpenzwerg dich jede Nacht 3x weckt – die Zeit geht vorbei – gönn dir einen schönen Cappuccino, ein Stückchen Schokolade, etwas, dass dir gut tut, dann ist alles gleich wieder besser und es wird zum Welpenglück
  • Organisation ist alles → ganz nach dem Motto „Du bekommst, was Du trainierst“ wirst du sehen, deine Schwerpunkte im Training werden schnell die ersten Erfolge bringen, deshalb überlege gut „was will ich“ und setz es um!

Zu den einzelnen Punkten gibt’s noch viel, viel mehr zu erzählen aber das würde nun wirklich den Rahmen sprengen. Hast du Fragen oder zieht bald ein Welpe bei dir ein? Ich berate und begleite dich gerne auf dem Weg vom Welpenalarm zum Welpenglück! Schreib mir doch

In diesem Sinne ihr Lieben – wir hoffen Euch hat unser Blogartikel gefallen.
Eure LuBa´s & Mailo

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