Neues Familienmitglied Hund – Gedanken vor der Suche

eine Pinnwand mit Post it Zetteln für die Fragen die vor der Anschaffung eines Hunde wichtig sein

Wie ihr ja sicher wisst, haben wir vor Kurzem Zuwachs in unserem Mensch-Hund-Familienverbund bekommen. Die männliche Verstärkung Mailo ist nun knapp 1 Woche bei uns und in Kürze stellen wir ihn natürlich offiziell vor. Heute aber kurz einige Gedanken zusammengefasst, die hilfreich sein können, wenn man überlegt, einen Hund zu sich zu nehmen. Nützliche Gedanken vor der Suche nach dem neuen Familienmitglied, denn besser vorher graue Haare als später 😊. Es soll ja eine Entscheidung im besten Fall für die nächsten 15 Jahre sein und die will wohl überlegt sein. Los gehts, das Projekt „Neues Familienmitglied Hund“ startet!

Wie groß soll mein Hund sein / Welches Gewicht soll oder darf er denn haben?

Das Gewicht mag oft auf den ersten Blick recht unwichtig erscheinen. Spätestens dann, wenn man sich überlegen muss, dass ein Welpe die ersten Monate keine Treppen laufen sollte und getragen werden muss oder später mal aufgrund einer Verletzung vielleicht keine Treppen steigen darf wird das Gewicht sehr interessant. Also ich musste meinen Rottweiler Attila mit seinen 45kg einmal über eine Treppe tragen – möchte ich nicht täglich mehrmals machen müssen. Zudem…..man wird ja selbst auch nicht jünger.

Spätestens, wenn man einen ungestümen Junghund an der Leine hat, der doch bitte unbedingt noch schnell dem Vogel hinterher muss obwohl er ja eigentlich sonst brav an der Leine läuft ist weniger Gewicht oft mehr. Interessant wird es, wenn man selbst ein Leichtgewicht ist, aber einen Molosser mit stolzen 60kg an der Leine hat. Ich kenn zwei solche Pärchen und bin immer wieder fasziniert, wie gut Hund und Mensch zusammenpassen. Hier muss man aber anmerken, dass viel Training und Handling nötig sind, wenn man so eine Kombo plant.

Die Größe ist auch im Auto nicht ganz unerheblich – schließlich möchte sowohl Hund wie auch man selbst gut und sicher reisen. Plant man zb. den Hund in einer Transportbox zu chauffieren sollte diese auch ins Auto passen. Glaubt mir – da hatten die LuBa´s auch schon ihre besonderen Erlebnisse…. Herrli´s Kofferraum ist echt mini-winzig *lach*.

Oft liest man im Zusammenhang mit der Größe auch die Wohnungsgröße – ich persönlich finde ja, man kann auch einen 50kg Hund ohne Probleme in einer 50qm Wohnung halten, wenn man genügend Zeit draussen bei Spaziergängen, Ausflügen, Toben und Spielen verbringt. Zuhause wird geruht und da spielt die Wohnungsgröße für mich eine untergeordnete Rolle, da der Hund ohnehin dicht bei seinem Menschen sein will.

Je nachdem was man für Aktivitäten mit seinem Hund plant kann und sollte die Größe bzw. das Gewicht auch bedacht werden.

Langhaar oder Kurzhaar Hund?

Grundsätzlich bürsten und pflegen muss man sowohl Lang- wie auch Kurzhaar. Dennoch gibt es pflegeintensivere und pflegeleichte Rassen. Vor Lucy hätte ich nie gedacht, wie aufwändig und intensiv die Pflege eines Langhaar-Havanesers sein kann, der Collie mit dem ich aufgewachsen bin musste „nur“ regelmässig gebürstet werden, verknotete aber nicht und hatte fast schon selbstreinigendes Fell. Somit ist Langhaar nicht gleich Langhaar und als guten Tipp kann ich jedem nur empfehlen in den sozialen Medien eine Gruppe zu suchen, bei der es speziell um eure Wunschrasse geht und dort ein wenig mitzulesen. Meist tauschen sich die Mitglieder immer wieder über die Pflege aus und haben auch tolle Tipps parat.

Bei Langhaarrassen wie zb. dem Havaneser oder auch dem Tibet Terrier, Malteser oder Bichon ist die richtige Pflege das um und auf. Das heisst, dass die Wahl der richtigen Pflegemittel und Bürsten darüber entscheidet ob man 1 oder 3 Stunden bürstet bzw. ob der Hund wie ein kleiner Straßenköter aussieht oder das Fell seidig weich herunterfällt. Natürlich kann man auch pflegen lassen – aber auch das ist Teil der Überlegungen. Möchte man die Pflege einem Profi übergeben ist ca. alle 8-10 Wochen mit einem Besuch im Hundesalon zu rechnen und dazwischen muss zumindest die tägliche Kurzpflege selbst erledigt werden.

Kurzhaarige Rassen wie zb. der Labrador sind von der Fellpflege her sehr einfach, trocknen schnell, wenn sie „zufällig“ man schwimmen gehen, haben allerdings gut 2x im Jahr einen starken Fellwechsel in dem man am besten Staubsauger und Wischer nie ganz aus der Hand legt.

Rassen ohne Unterwolle wären zb. der Magyar Vizsla oder auch der Staffordshire Terrier, Whippets oder Greyhounds. Sie sind pflegeleicht und verlieren nur wenig Fell – allerdings frieren sie schnell und sollten warm eingepackt werden, wenn es kälter wird.

Auch hier gilt, sich genau Gedanken darüber zu machen wie man sich das Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied Hund vorstellt – daraus ergibt sich immer mehr ein Bild wie er denn sein soll, der Wunschhund.

Wie soll er denn sein, mein Hund – welche Wunscheigenschaften soll er haben?

Mal ganz übertrieben dargestellt – als Gipfelstürmer der gerne tagelange Wandertouren auch mal durch unwegsames Gelände unternimmt bin ich mit einer Bordeaux Dogge wohl schlecht beraten. Für gemütliche Spaziergänge und ein gelegentliches Ball- oder Zerrspiel mit anschließendem Couch-Gekuschel ist sie aber DER ideale Hund.

Bin ich ein Couch-Potatoe und habe mich in einen Border Collie verliebt, weil er so hübsch ist muss mir klar sein – Couch ist out. Diese Hunde wollen beschäftigt werden – sei es mit Agility, Flyball, Trickdog, Dogdancing oder Longieren. Die quirrlige Hütehundrasse ist nur mit einer Aufgabe wirklich glücklich und sollte nie allein wegen der Optik ausgewählt werden.

Wenn ich Urlaub höre, denke ich an warmen Sandstrand, Palmen und Meer? Dann ist wohl ein Husky die denkbar schlechteste Wahl. Der steht im Normalfall nämlich genau auf das Gegenteil und fühlt sich bei Minusgraden erst so richtig wohl. Ist man bereit den Liegestuhl gegen eine Snow-Ausrüstung zu tauschen könnte die Rasse schon eher die richtige sein.

Ich wohne in einem großen Mehrparteienhaus. Laufend kommen und gehen Leute im Stiegenhaus, es öffnen und schließen sich Türen. Man begegnet sich am Flur. Vielleicht ist in dieser Situation ein wachsamer Hund wie zb. der Hovawart oder ein sehr bellfreudiger Beagle keine so gute Wahl und wäre man besser mit einem Retriever oder einem Gesellschaftshund beraten.

Ihr wisst jetzt, was ich meine?

Je besser die Eigenschaften einer Rasse zu meinem Leben passen, umso eher ist sichergestellt, dass ich meinen Hund überall einbinden kann und so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringe. Das freut Hund und Mensch. Natürlich können die Rassemerkmale noch so gut passen und mein Hund ist ganz anders – ich kenne einen Husky, der von Schnee so gar nichts hält und lieber hinterm Ofen liegt – aber hey – Ausnahmen bestätigen die Regeln und machen das Leben bunt.

Welpen sind schon süss aber auch ein Erwachsener Hund kann ein Hauptgewinn sein

Eine total wichtige Frage bei der Entscheidung für einen Hund ist natürlich ob es ein Welpe, ein Junghund oder ein Erwachsener – ja vielleicht ein Senior sein soll. Jedes Alter ist toll wobei natürlich ein Welpe megasüss ist, gleichzeitig aber auch sehr viel Arbeit macht. Allein das Sauber werden….naja, dazu ein andermal mehr *gg*.

Die Aufzucht eines Welpen ist eine tolle aber auch verantwortungsvolle Sache bei der man sich am Besten Unterstützung durch einen guten Trainer oder eine Hundeschule sucht. Welpen müssen viel entdecken und kennenlernen ohne dabei überfordert zu werden und das kann, zusammen mit wenig Schlaf für den Besitzer dann doch anstrengender sein als gedacht.

Einen erwachsenen Hund mit Vorgeschichte, sei es aus dem Tierschutz oder von privat ist nochmal was ganz anderes. Je nachdem wo der Hund herkommt hat er vielleicht viel Schlimmes erlebt, das er erstmal verdauen muss bevor er in sein neues Leben starten kann oder er muss erstmal Vertrauen fassen. Wieder andere Erwachsene Hunde bringen Special Effects mit die total toll sein können, weil die Hunde zb. schon Tricks können oder stubenrein sind und brav an der Leine laufen.

Danny, mein Dogo-Argentino kam mit 1,5 Jahren zu mir und es war die allerbeste Entscheidung meines Lebens. Er war ein Angsthund und es dauerte etwas, bis er zu einem völligen Verlasshund wurde aber er war alles Training und jede Mühe wert – ein Hauptgewinn also. Es gibt auch Hunde, die abgegeben werden, weil ihre Besitzer mit ihnen nicht klargekommen sind. Für erfahrene Hundehalter kann das eine Chance sein nochmal mehr dazu zu lernen und für den Hund eine zweite Chance endlich anzukommen.
Oft sind es die Second-Hand-Hunde, die zu den richtigen Herzenshunden werden. Mensch und Hund müssen einfach zusammenpassen!

Eine Auflistung der FCI Rassen nach den 10 Gruppen
Beispielbilder aller 10 FCI Gruppen für die Hunderassen

Wahl getroffen, Lieblingsrasse gewählt – und nun?

Nun beginnt sie, die tolle Reise – zuerst beginnt die Suche nach dem richtigen Züchter oder der richtigen Tierschutzorganisation. Bei der Reise ist Zeit ein guter Begleiter, denn es dauert, bis man schlussendlich weiss woher genau das neue Familienmitglied kommen soll.

Wählt man den Züchter so gibt es einige Dachverbände, die ihre Züchterlisten öffentlich zur Verfügung stellen. Dann kann man sich zuerst die Homepage des Züchters ansehen und in Kontakt treten. Gleich wie bei der Wahl der richtigen Rasse ist die Wahl des Züchters entscheidend und muss man für sich die Parameter setzen, was einem besonders wichtig ist.
Es gibt einige Punkte, die ich bei einem guten Züchter voraussetze, etliches was für mich ein „nice-to-have“ wäre und die „Best-of“ Züchter bei denen man das Gefühl hat es wäre besser, der Hund würde dort bleiben, weil man es doch selbst nie so perfekt machen kann.

Der wichtigste Tipp zur Züchterwahl – hört auf euer Bauchgefühl! Stellt viele Fragen – gute Züchter werden sie gerne beantworten und wollen im Gegenzug auch euch kennenlernen und wissen wo ihr Welpe hinkommen würde.

Bei Tierschutzorganisationen gilt eigentlich das Gleiche, hier ist meistens eine Erstauskunft auszufüllen bevor man nähere Informationen zum Hund bekommt. Dann aber sollte es möglich sein viele Infos zum Hund zu erhalten. Oft werden auch Bilder oder Videos gesendet und wenn es geht würde ich immer dazu raten den Hund 1-2x besuchen zu gehen, bevor man ihn mit nach Hause nimmt.

Zu den einzelnen Punkten gibt’s noch viel zu sagen. Aber hier alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, gerne berate ich euch ausführlich und stehe bei der Wahl der richtigen Rasse – bei der Wahl des neuen Familienmitglieds Hund gerne zur Seite.

In diesem Sinne ihr Lieben – wir hoffen Euch hat unser Blogartikel gefallen.

Eure LuBa´s

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